Infos aus den Vereinen des RVR

> Einmal Betreuerluft schnuppern? 
> Wer hätte Lust einen Tag lang, am 20.7.19,
> die lockere Atmosphäre einer Gruppe von Radfahrern auf ihrem Weg von Neuwied zur Eröffnung des diesjährigen Bundesradsporttreffens in Neustadt/Weinstraße, als Betreuer aus der Autoperspektive zu erleben?
> Der Lohn: glückliche und zufriedene Radfahrer! Du bist -mindestens heute - sehr gefragt ! 
> Die Rückfahrt nach Neuwied mit dem Zug wird bezahlt, (vermutlich Rheinland-Pfalz-Ticket).


> Leider ist unsere geplante Begleitwagenfahrerin ausgefallen und wir suchen Ersatz.
> Alles weitere Wichtige erzählt Dir gerne Bärbel Knobbe, Audax Club Schleswig-Holstein unter Tel. 0171 20 23 001. 
> Die Teilnehmer würden sich sehr freuen, wenn es nun doch noch mit dem Begleitwagen gelingt.

Viele Grüße 
Bärbel


            Radtouren auf alten Bahntrassen (Text Wilfried Rink)

 

So ärgerlich es ist, wenn eine Bahnstrecke stillgelegt wird – für Radfahrer ist es erfreulich, wenn auf der Trasse ein Radweg angelegt wird. Die Steigungen sind sanft, und der Belag ist oft besser als der von Straßen. 

Einige BDR-Permanente führen überwiegend oder zum Teil auf Bahnradwegen, bei anderen kann man sie in die Streckenführung einbauen. 

Bis vor wenigen Jahren war die Permanente auf dem Rotkäppchen-Radweg von Treysa nach Oberaula die einzige Permanante, die überwiegend über einen Bahnradweg führt. Nach einem flachen Sttück bis Neukirchen geht es bergauf nach Olberode, von dort hinunter nach Oberaula und wieder zurück. Bleibt man einige Tage dort, lohnt es sich, am Alten Bahnhof Gemünden/Wohra in einem Mitropa-Schlafwagen zu übernachten. Am Bahnhof führen die  Permanenten „Durch den Kellerwald“ des RV  Neustadt und die Hainaer Runde des RV Goßfelden vorbei, man kann sie von dort aus fahren. Auf der Hainaer Runde, die von Gemünden aus über einen Bahnradweg führt, lohnt eine Rast am  kleinen Bahnhof Ernsthausen-Wambach. Im Aufenthaltsraum finden sich interessante Dokumente zur Geschichte der Wohratalbahn von Kirchhain über Gemünden nach Zimmersrode. 

Inzwischen gibt es drei weitere „Bahnradweg-RTFs“: die Railway-Permanente in Münster, die Trassen-Permanente von Adler Lüttringhausen von Remscheid-Lennep aus und die Vennbahnpermanente von Schwalbe Eilendorf. 

Die ersten 45 km von Remscheid-Lennep aus verlaufen nur zum kleinen Teil auf Bahntrassen. Es sind einige Steigungen zu überwinden, bevor es von Ohl aus auf die letzten 28 km auf dem Wasserquintett-Bahntrassenweg nach Lennep geht. Da gibt es - mit einer kleinen Ausnahme - nur sanfte Steigungen. Ausnahme ist eine Straßenkreuzung, an der es steil zur Straße hinuntergeht und auf der anderen Seite ebenso steil hinauf. So kann die Bahntrasse auf diesem kurzen Stück nicht gewesen sein. Es geht an Wipperfürth und Hückeswagen vorbei.

Gerade im Bergischen Land sind in den letzten Jahren viele Radwege auf Bahntrassen entstanden. Außer dem Wasserquintett ist vor allem die Balkantrasse zwischen Leverkusen-Opladen und Remscheid-Lennep zu nennen, von der der RSG Ford Köln 2017 einen Abschnitt in seine RTF-Strecke eingebaut hatte.

Die Vennbahnpermanente führt von Aachen nach Lammersdorf überwiegend leicht bergauf und dann wieder zurück. Es gibt eine sehr empfehlenswerte Variante: Von Jünkerath aus (ebenfalls auf einem Bahnradweg) Richtung Weywertz auf die Vennbahnrunde und von dort nach Aachen.  Zwischen Sourbrodt und Kaltenherberg (gehört zu Deutschland, aber das Bahnhofsgelände zu Belgien) liegen noch die Schienen. Da kann man mit einer Draisine auf Schienen etwa 7 km weit fahren (Start Kaltenherberg). Kurz darauf führt die Strecke wieder durch Deutschland – aber bis zur Grenze hinter Raeren ist der Radweg belgisches Gebiet. Nur einige Kilometer Weg vor Lammersdorf sind nicht asphaltiert, sondern mit feinem Schotter belegt. Sie lassen sich aber gut fahren.
 

In Lammersdorf  lohnt der Weg hinunter in den Ort zur Bäckerei Prümmer, der Kontrollstelle. Sie ist ein sehr angenehmer Platz für eine Kaffeepause! Nach etwa 100 km von Jünkerath aus fährt man rechts ab zu einer Tankstelle in Aachen-Eilendorf, wo man sich die Punkte eintragen lassen kann.

 

In einige Permanenten in der Osteifel ist ein Abschnitt auf dem Maifeldradweg Münstermaifeld - Polch - Ochtendung/Mayen enthalten oder lässt sich einbauen.

Leider wird der Alte Bahnhof Pfalzfeld, an dem man in einem Mitropa-Schlafwagen übernachten konnte und der eine wirklich gute Raststätte war, nicht mehr bewirtschaftet. Pfalzfeld liegt auf der Strecke der Weltkulturerbe-Tour von Heilig Grab Boppard, man kommt dort auch bei der 70 km-Runde der RTF des Vereins vorbei. Eine gute Alternative zur beschriebenen Strecke ist der Weg über den Schinderhannes-Radweg von Pfalzfeld nach Emmelshausen. Verfahren kann man sich kaum.

Auf der Westerwaldpermanente des RSV Oranien Nassau kann man an Sonnabenden von 10 bis 15 Uhr Eisenbahnhistorie mit und ohne Ölgeruch erleben, wenn  man vom Bahnradweg Wallmerod - Westerburg in Westerburg zunächst nicht in den Ort fährt, sondern geradeaus zum Bahnhof. Dort hat Sportfreund Wilfried Rink vor sechs Jahren das Bahnhofsgebäude gekauft und darin ein Eisenbahn-Plakatmuseum mit einer ständig wachsenden Zahl von Eisenbahnplakaten und Kursbüchern untergebracht. Etwa 250 von inzwischen mehr als 500 Plakaten sind ausgestellt. Schwerpunkte der Ausstellung sind Plakate aus Deutschland und England, so z. B. das Plakat “God save the Queen” mit dem englischen Königswappen, das British Rail zu Krönung von Königin Elizabeth II. im Jahr 1953 herausgegeben hat. Natürlich ist auch “Alle reden vom Wetter”, das bekannteste Plakat der Bundesbahn, zu sehen. Es gibt halbjährlich wechselnde Sonderausstellungen zu einem bestimmten Thema mit etwa 20 Plakaten, derzeit “Bahn und Museum” mit Werbeplakaten für Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen, vom Mai an “Mit der Bahn  auf hoher See” (Fähren für Eisenbahnreisende).

Die Kursbuchsammlung umfasst Fahrpläne aus etwa 50 Ländern und internationale Fahrpläne wie die von Thomas Cook und Bradshaw. Mit einem Bradshaw-Kursbuch hat Jules Verne die “Reise um die Erde in 80 Tagen” konzipiert.

Wenn in diesem Jahr die Räume im zweiten Stockwerk hergerichtet sind, ist endlich Platz für Plakate aus Frankreich - einige mit Landschaftsmotiven und sechs Plakate, die Salvator Dali für die französische Eisenbahn entworfen hat. In diesen Räumen sollen dann auch Fahrkarten aus ganz Europa und aus Zimbabwe gezeigt werden.

„Eisenbahnhistorie ohne Ölgeruch“ hat ein Besucher gesagt. Wer den Ölgeruch mag, kann 200 Meter weiter zum Lokschuppen der Westerwälder Eisenbahnfreunde fahren (Schotterpiste!). Da ist die Dampflokomotive 44 508 zu sehen, dazu die größte Sammlung von Bundeswehr- Dieselloks und ein Zweiwege-Unimog, der sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene fahren kann.

 

Für die Permanentenfahrer stehen Kaffee und Kekse bereit. Für Gruppen ist ein Besuch mit Vereinbarung  über die Westerwälder Eisenbahnfreunde (Tel 0170 / 658 49 23)   auch an anderen Tagen möglich – ein interessantes Ziel für eine Vereinsfahrt!